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Wachsbatikmutti · 2006-05-02

Frau v. d. Leyen, da muessen sie einschreiten. Gestern sitz ich da im ICE und vor mir mutti mit kind. Linker hand, am anderen ufer des ganges sitz auf hoehe der mutti ein belesener polyglotter akademikertyp in den tiefen siebzigern. So einer mit ner fliege um. Das kind ist die sehr aufgeweckt und zaehlt nach kraeften dinge und kann das auch schon besser als bibo es konnte. Der akademikertyp ist schwer beeindruckt "Wie alt ist denn die kleine?", "Zweieinhalb", "hach toll, die wird sicher mal mathematikprofessor" ... Stille ... Au au, da hat er die ayurvedische wachsbatikmutti, die in direkter linie von waldorf abstammt, aber auf dem ganz schlimmen montessori fuss erwischt. Die bebrillte mine verfinstert sich. "Ja, oder literaturprofessor, sprachlich ist sie auch ganz ganz begabt." zischt es durch den gang.

Ja, isset denn wahr? Dit is jenau wat die welt braucht, noch eine germanistikstudentin. Da zeigt so ein wuermchen mal interesse an kristallklarer logik, an abstraktion, an den nullstellen der Riemannschen Zeta funktion am ende und dann? Wisst ihr, ihr muttis, wenn ihr eure toechter immer wieder zu germanistikstudentinnen heranzieht, dann kommt folgendes dabei heraus:

Die gesellschaftliche Vorstellung von Technik - gepraegt durch Macht und Maennlichkeit - ist verantwortlich für die geringe Repraesentanz von Frauen in informationstechnischen Bildungsbereichen und Berufen. Geschlechterstereotype wie "Frauen sind gefuehlvoll und fuersorglich", "Maenner sind technisch kompetent und dominant" beeinflussen die Erwartungen an das Rollenverhalten von Maedchen und Jungen und praegen die Leitbilder, die sie sich suchen. [...] Der verbreitete Technikmythos, mit dem das vertiefte technische Wissen zum maennlichen Geheimwissen stilisiert wird, stellt eine Barriere für Frauen dar. [...] Die kreativen Potentiale von Frauen, ihre Lebenserfahrungen und Werte bleiben bisher bei der Entwicklung der Informationstechnologie ungenutzt. Sie haben wenig Einfluß auf Inhalte und Formen informationstechnischer Aus- und Weiterbildung.
-- Ist die Informationsgesellschaft eine Maennerdomaene?

... dann wird nebbich hinterher in verquasten germanistikschachtelsaetzen darueber lamentiert, dass der fiese chauvi euch den zugang zu modernen technologien verwehrt. Bockmist! Wir sind nich immer schuld. Manchmal sind es auch die wachsbatikmuttis, oder ganz wer anders.

... und glaubt mir eins, die muetterlicherseits postulierte sprachbegabung der kleinen wurde auf das penetranteste gefoerdert. M:"Guck mal, Lilly, da steht I Ce E auf dem kissen." L:"Ypsilon!" M:"Nein, da ist kein ypsilon. Auf allen kissen steht Iiiiii Ceeeee Eeeee." L:"eLlllll Ypsilon" M:"Ja, Lilly, Bei dir am zimmer steht Lilly an der tuer, aber hier steht Iiiii Ceeeee Eeeee" L:"Ypsilon"... Zweieinhalb war der wurm. Dass da 'drei' buchstaben stehen, das haette klein Lilly sicher sofort gerafft.

Da muss doch das jugendamt einschreiten. Hier verwahrlost ein mathetalent, eine weibliches obendrein. ... Was wuerde sushee dazu sagen?


  1. sabbeljan    May 3, 22:11    #
    die überschrift sagte mir, dass sich die restlichen zeilen lohnen würden. und so war es auch ;-)

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