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Wie waehlen? · 2009-09-24

Wahlexperte Oliver hat per Mail nochmal erklaert, wie man am Sonntag richtig waehlt. Ich hab das mal ueberparteilich gemacht und hier bereitgestellt:

Auch wenn es in der Verfassung steht, aktuell ist es bei der Bundestagswahl nicht so, dass jede Stimme "gleich" ist, also alle Buerger "gleich viel Stimmgewicht" haben. Der schlaue Waehler kann seine Stimme optimieren. Deswegen hier kurz eine Zusammenstellung, wie man mit seiner Stimme am meisten Effekt erreicht.

Erststimme

Es haengt vom Bundesland und von den Direktkandidaten ab - und von der eigenen Meinung - wen man waehlen sollte, allerdings ist die Erststimme eine "The Winner takes it all"-Wahl. Daher sollte man unbedingt einen Kandidaten waehlen, der eine realistische Chance hat, den Wahlkreis zu gewinnen. Ein Beispiel: Waehler, die die CDU nicht moegen, sollten in den meisten Faellen den SPD Kandidaten waehlen, auch wenn der auch nicht gefaellt. Es gibt aber auch Wahlkreise, zum Beispiel rund um den Frankfurter Flughafen, wo andere Kandidaten als die der SPD - dort die Gruenen - die staerksten Konkurrenten der CDU sind. Leute die dort waehlen, sollten das wissen. Mit diesem Wahlverhalten kann man auch die sogenannten Ueberhangmandate verhindern, welche einen großen Einfluss auf die Mehrheitsverhaeltnisse im kommenden Bundestag haben koennen.

Zweitstimme

Hier kommt es darauf an, wo man wohnt. Wohnt man in einem Land in dem es wahrscheinlich keine Ueberhangmandate geben wird, wie z.B. in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, waehlt man einfach die politisch praeferierte Partei.

In einem "Ueberhang"-Bundesland ist es schon etwas schwerer. Fuer Anhaenger der Ueberhang-Partei - meist die CDU - gilt: Nicht die Ueberhangpartei waehlen, sondern den gewuenschten Koalitionsparter, die Ueberhangpartei koennte sonst auf Grund des negativen Stimmgewichts sogar Abgeordnete verlieren. Fuer Gegner der Ueberhangpartei gilt aber deswegen nicht, dass sie die Ueberhangpartei waehlen sollen, sondern unbedingt die politisch praeferierte Partei, um dieser zu mehr Sitzen zu verhelfen.

Am meisten rechnerischen Effekt hat die eigene Zweitstimme, wenn man eine "kleine" Partei ueber die 5% Huerde bringt. Hier kann eine einzige Stimme auf einen Schlag 5% der Zweitstimmen "aktivieren", was fuer erhebliche Umverteilungen sorgt. Allerdings sollte man dabei auf eine Partei setzte die eine Chance hat, die 5%-Huerde auch zu schaffen.

Nichtwaehlen

Nichtwaehlen aendert nichts an den Verhaeltnissen, es handelt sich allerhoechstens um eine Protestform oder Faulheit, allerdings haben wir in Deutschland keine "Mindestlegitimation" fuer den Bundestag, daher ist Nichtwaehlen gleich Nichteinflussnahme. Nichtwaehler erhoehen sogar Stimmgewicht fuer Leute die zur Wahl gehen.

Ungueltig waehlen

Ungueltig waehlen aendert ebenfalls nichts an den Verhaeltnissen, der einzige Unterschied zum Nichtwaehlen ist, dass die Parteien theoretisch weniger Wahlkampfkostenerstattung bekommen. Da die Summe dieser Erstattung aber gedeckelt ist und dieses Limit immer erreicht wird, hat es tatsaechlich keinen Effekt außer als "Protestform". Durch die Fuelle an Parteien auf dem Wahlzettel sollte aber jeder eine Partei finden koennen, mit deren Programm er leben kann - Ja, Demokratie noetigt zum Denken und zur Kompromissbereitschaft!

Es gibt bei wahlrecht.de eine sehr gute, sehr kurze Zusammenfassung zur Stimmoptimierung.


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