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Regeln erfolgreicher Medienarbeit · 2009-05-09

Gestern hat die petiton gegen das sperren von internetseiten es in die tagesschau geschafft. "Erfolg!" denkt man. Meiner meinung nach hat die sache aber ganz und gar nicht hingehauen, und zwar weil wir gegner viel zu komplex eingestiegen sind, waehrend die verteidigende polit-elite mit einfachen botschaften das in der regel schlecht informierte publikum auf ihre seite, die seite der vermeintlichen "kindesmissbrauchsbekaempfer" zieht. Im gehetzten 30-sek-pro-nachricht-format tagesschau verfaengt das glaenzend, denn es bleibt keine zeit. Weder zum nachhaken noch zur erklaerung.

Folgende lektionen gibt es fuer den zukuenftigen umgang mit den klassischen elektronischen medien zu lernen:

  • Vereinfache immer! Vereinfache auch unzulaessig. Versuche nie einen sachverhalt in der noetigen ihm eigenen komplexitaet darzustellen.
  • Die welt teilt sich in gut und boese. Gehoere zu den guten!
  • Versachlichung schadet der sache! Schuere emotion! Fakten sind nettes beiwerk aber eigentlich irrelevant.
  • Sei betroffen. Zeige selbst emotion.

Wie gehen wir nun im vorliegenden fall vor? Nachdem immer das wort "Kinderpornografie" faellt, ist jeder relativierende hinweis, von wegen "nicht wirksam" oder "reine symbolpolitik" oder "freiheit" oder "zensur", von vornherein verbrannt, denn er wuerde zeit fuer erklaerungen kosten. Man muss unbedingt beim grossen tabu bleiben und zeigen, dass kindesmissbrauch schlichtweg nicht verhindert wird. Dabei auf jeden fall zuspitzen. Wir schueren emotion. Etwa so:

  • Frau von der Leyen und Herr zu Guttenberg wollen nicht einen einzigen fall der veroeffentlichung einschlaegigen materials im internet verhindern oder beenden.
  • Frau von der Leyen und Herr zu Guttenberg verhindern die verfolgung der taeter.
  • Frau von der Leyen und Herr zu Guttenberg wollen den zugriff auf einschlaegiges material in schulen und universitaeten auch weiterhin nicht verhindern.
  • Frau von der Leyen und Herr zu Guttenberg betreiben ihren zynischen wahlkampf auf dem ruecken hilfloser kinder.

... und so weiter und so fort. Einfache saetze. Benutzt die namen von menschen, nicht von institutionen. Versucht nicht zuviel information zu transportieren. Mehr und komplexe inhalte sind mit den etablierten elektronischen medien nicht zu transportieren. Ich sehe sehr wohl die gefahr, dass die ganze diskussion so nie den kern "zensurinfrastruktur" erreicht, aber in anwesenheit des grossen popanzes "dokumentierter kindesmissbrauch" wird nicht mehr drin sein. Seid emotional, seid empoert. Ihr habt allen grund!


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