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Da war kein Yahoo!-Deal, oder? · 2008-05-06

Ich versteh gar nicht, was die 'wirtschaftsjournalisten' jetzt am geplatzten Yahoo!Microsoft-deal zu meckern haben. "Yahoo! der grosse verlierer", "Yahoo! in bedraengnis". Was fuer ein quatsch.

Haben sich diese boersenexperten mal ueberlegt, wer da ihrer meinung nach ein traumpaar abgegeben haette? Microsoft ist fern von innovation. Microsoft verkauft software in schachteln. Microsoft ist der emporkoemmling; der mittelstaendler, der durch eine gesetzesluecke an einem tisch mit den reichen und fetten sitzen darf. Microsofts denkmuster sind zutiefst von mittelstaendischen kostenueberlegungen getrieben. Ich mein, kennt einer der boersenexperten die mitarbeiter von Microsoft? Kennt einer die visionaere kraft der Microsoftvertriebler, die einer 50mann-kugellagerbude im emsland eine serverlandschaft verticken wollen. Das sind vertriebler und gut. Schaut euch Ballmer an. So ist die ganze firma. Etwas zu schwer, schwitzig und am ende langweilig. Ich mein das nicht mal boese. Ich bin mittlerweile zu milde, um mittelstaendisch mediokre denkmuster anzuprangern. Man kann sehr gut davon leben.

Und kennen diese experten Yahoo!? Eine bude die mit abgefahrenen internetgeschichten gross geworden ist. Die haben sich nie die mittelstaendische vertriebsnummer gegeben. Yahoo! hat sich bis zu den leidigen verhandlungen mit Microsoft dinge wie die Yahoo! Design Innovation Teams geleistet. Yahoo! hat keine vertriebsabteilung, die uebergewichtige schwitzer ueber land schickt um schachteln zu verkaufen. Die fahren so dienste wie flickr, die nicht nur cool, web2.0, innovativ sind, sondern, die auch jedem wissenschaftlich interessierten archivar die freudentraenen in die augen treiben. Da arbeiten hippies, die einen veritablen furz im kopp haben, aber kaum typen die auf einen jahresbonus hinschuckern. Auch das will ich nicht als zu grosses lob verstanden wissen. Man kann mit so einer einstellung vielleicht nicht alle seine rechnungen bezahlen.

Aber langer rede kurzer sinn: Microsoftmitarbeiter wuerden die unprofitablen Yahoo!-hippies verachten und die Yahoo!-hippies wuerden die feisten bonusfixierten Vertriebsfettis von Microsoft verachten. Nachdem Yahoo! seinen leuten im falle einer uebername oppulente abschiedszahlungen zugesichert hat, werden die hippies gehen. Die waeren sogar so gegangen, weil sie ihre konzernmutter verachten taeten und ueberall in der Bay Area was anderes, cooleres gefunden haetten. Was ist Yahoo! aber ohne seine leute. Nichts, gar nichts. Ich geh sogar noch weiter, wenn ein dienst wie flickr Microsoft gehoeren wuerde, die wuerden innerhalb einer woche 20% ihrer nutzer verlieren. Und zwar die, die man gemeinhin multiplikatoren oder meinungsfuehrer nennt. Der grund waer wieder der selbe: da sind arrogante kreative, die nicht viel fuer den Ballmerschen charme ueber haben.

Ich weiss gar nicht was die drallen boersenexperten da fuer chancen erspuert haben. Da war nichts. Yahoo! haette als muster ohne wert weiter existiert, da waren keine 33$ pro aktie. Verrueckt vom feisten Ballmer , das zu vermuten. Das waere ein kulturkampf geworden und Yahoo! haette ihn verloren und nichts waere geblieben. Aber das versteht ein boersianer nicht ... nein, das versteht er nicht. Der sieht nur, dass Microsoft auch bald eine suchmaschine hat und dass man zwei buchhaltungen zu einer zusammenlegen kann, also 1200 mitarbeiter spart. Vulgo 33$ pro aktie.

Wenn sicher ist, dass der deal geplatzt ist - Noch ist das nicht ganz raus, die leidigen anteilseigner -, kauf ich mir ein paar Yahoo!-papiere, die sind grad echt guenstig. Prost.


  1. Juergen    May 6, 18:28    #

    Hey, prima Rant, bravo! – Liegt das an deiner Muße oder Muse, so mit hochgelegtem Bein & freiem Kopf?

  2. haken    May 7, 17:46    #

    hatte ich schon im kopf, als die ersten symptome zu sehen waren: “Wie soll das denn gehen?” Mal sehen, wie es endet.

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