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"African Village" im Zoo Augsburg · 2005-05-24

[English Abstract, Contacs and Activities]



voelkerschau plakat 1928Hier wird mir gerade was zugespielt, was auch ich mit befremden zur kenntnis nehmen muss. Im Zoo Augsburg wird es eine Voelkerschau geben:


09.06.05-12.06.05: “African Village” , vier Tage lang afrikanische Kultur, Kunsthandwerk, Kulinarisches – jeweils von 9 – 21 Uhr
[http://zoo-augsburg.de]

Neger im zoo. Sowas gab es ja schon haeufiger, aber eigentlich nur ende des 19ten, anfang des 20ten jahrhunderts, als wir blassen teutonen noch einen platz an der sonne suchten … dachte ich zumindest. Aber hier heisst 05 wirklich 2005. Wem unterlaeuft ein solcher schnitzer? Um diese frage zu beantworten, wurde eine mail mit einem hinweis auf diesen, wollen sagen, faux pas an die direktorin der zoos geschrieben. Die antwort, die nicht ausblieb, gibt einem einen solchen hieb, dass man lang hint-ueber kippt und mit dem kopf in deutsch suedwestafrika aufschlaegt:

… Sie können sicher sein, dass es sich nicht um einen Planungsfehler handelt und Sie können sich ebenfalls sicher sein, dass wir keinen anderen Veranstaltungsort suchen werden. Denn ich denke, dass der Augsburger Zoo
genau der richtige Ort ist, um auch die Atmosphäre von Exotik zu vermitteln. …

(dank an Eva)



  1. Feuerhake    May 26, 08:36    #
    Yes, right, the Augsburg Zoo in Bavaria will have an ‘african village’ from the 9th to the 12th of june 2005. Showing the living conditions of human beings in a zoo has at least a racist twist. Besides, the village does not show actual living conditions in african villages, but some Disney-Land-entertainment-style adaption.

    But there is more to it. This kind of exposition of the native african and his ‘alledged’ live styles has been big when Germany was a colonial power. These exhibitions have been highly racist. People ‘living’ in those exhibition villages often were being held there against there will and lived under awful conditions. This was in the late 19th, early 20th century.

    The Augsburg Zoo does nothing, not in words nor deeds, to put itself out of this tradition. When asked to move the ‘african village’ elsewhere but the zoo, the ‘african village’ seems to be some kind of arts and crafts exhibition, the director of the zoo answered that the zoo was just the right place for an african exhibition and they won’t go elsewhere whatsoever.

    What remains? A negro village at the Augsburg Zoo. A zoo, where one normally goes to watch animals.
  2. sabbeljan    May 29, 11:49    #
    komisch auch, dass das gaestebuch des zoo augsburg “derzeit ueberarbeitet” wird…..
  3. Feuerhake    May 29, 16:22    #
    I have a further short update on the 'African Village' in the Zoo Augsburg. Since it doesn't seem to help a lot to complaint to the director of the zoo (barbara.jantschke@zoo-augsburg.de), here are further contacts to write to:
    These two adresses ob.wengert@augsburg.de, obreferat@augsburg.de go straight to the mayor of Augsburg. You might want to express your concern to the organizing firm in munich as well: http://www.maxvita.org/ or, which would be useful as well, to the fund raising organisation of the Augburg Zoo: freundeskreis@zoo-augsburg.de
  4. feuerhake    Jun 1, 13:31    #
    Here is a further update on the topic. There are people organising activities around the Augsburg Zoo to show their ‘disagreement’. Most active forces from my point of view are:

    The Afrika Seminar of the Humboldt-University Berlin (afrika [at] rz.hu-berlin.de)

    and the Member of Bavarian Landtag Christine Kamm (info [at] christine-kamm.de)

    If you want to know what is going on concerning the issue, please contact them.
  5. — Miriam    Jun 3, 00:51    #
    es gibt noch eine zweite seite, die zumindest indirekt auf den augsburger zoo verweist, und hier gibt es ein forum. die adresse ist: http://www.tiergaerten.de/augsburg-zoo.html
  6. Feuerhake    Jun 4, 14:45    #

    pressemitteilung vom oberbuergermeister augsburgs

    “Als Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo GmbH sehe ich jedoch keine Notwendigkeit, diese Veranstaltung in Frage zu stellen, weil diese von Afrikanern selbst bzw. von Institutionen getragen wird, die sich mit Afrika im positiven Sinne verbunden fühlen.”
  7. — Nyonyozi    Jun 8, 12:57    #
    as an African myself I find it a shame and a pity that in this century Africans are still naive and allow themselves to be displayed in a zoo. Where is our self-respect? Is it worth a couple of Euros earned from selling crafts and fried bananas?
  8. — forsure2005    Jun 8, 13:29    #
    I am african,and i must say it is very disturbing.Lots of africans are very naive.The Afican village idea is in itself very alright,that wich annoys me is the the venue of the event.(Couldn’t they find some other place).
    After having read the Burgermeisters point of view,think the african organisers are to blame.The bürgermeister clearly states that,the venue of the zoo,not the best of venues is,but also states,it is the most visited place in the area.
    What do the african organiers think of the venue…........
  9. — Bettina    Jun 8, 15:33    #
    Ich finde die Reaktion auf die Location maßlos übertrieben. Zum einen bin ich Augsburgerin, desweiteren Event Manager und großer Afrika-Fan. Ich denke ich kann die Location recht gut beurteilen und finde die Wahl gelungen. Beim African Village geht es auch um den Einklang Mensch und Natur – wozu auch die Tiere gehören. Ich verstehe das (Human-)Rahmenprogramm als stimmige Ergänzung zur Tierwelt. Von den teilnehmenden Akteuren und Künstlern hört man interessanterweise keine Kritik… hier wird mal wieder die Kirche aus dem Dorf gezerrt.
  10. — forsure2005    Jun 8, 22:47    #
    Nur weil die teilnehmende künstler kein kritik ausüben ,heisst nicht das alles in ordnung ist.
    Ich bin selber afrikaner,und bin empört.Wenn jemand die augsburger zoo als gelungene wahl bezeichnet,kann ich nur den kopf schütteln.
    Für manch einer passt das in bild,weil man es nie anders gelernt hat,sei es in der schule,fernsehen,die in der bevolkerung herrschende meinung von Afrikanern!
    Und zu den Küstlern(afrikanern) die da mitmachen,kann ich nur sagen, soviel naivität,für ein par Euro in jedes Boat zu Springen ohne zu überlegen was für konsequenzen das hat,
    Es ist einfach nur sehr bäschämend!!!!
  11. — Fred    Jun 9, 12:09    #
    Gut PR-Show von Euch, zweifellos. So macht man Vereine bekannt. Ein paar Vorwürfe – Rassismus macht sich da immer gut – und schon ist man in den Medien. Die Argumentation selbst ist natürlich völlig hirnrissig. Der Zoo ist einer der wenigen Orte in Augsburg, der noch Besucher anzieht. Da passt das African Village einfach gut rein und ist auch witzig gemacht. Zum Rest “Ich bin Afrikaner und empört” gibts nur eins zu sagen: Jeder zieht sich den Schuh an, der ihm passt…
  12. — Sandkorn    Jun 9, 14:03    #
    PR…Verein…Rassismus… da scheint einer Ahnung zu haben, von dem, was er schreibt. Ein Augsburger? Möglich. Na, dann ab in den Zoo…und mach PR für Deinen Verein … mit Rassismus. Den Schuh musst Du Dir nun anziehen. Die Wüste lebt – nur nicht die geistige in Augsburg. Daher: Lass Deinen Schuh schön an, sonst verbrennst Du Dich noch mehr!
  13. — CalvinCalm    Jun 9, 16:43    #
    Seltsam, kaum kritisiert jemand die Kritiker, greifen sie in der Wortwahl deutlich daneben.
    Ich finde den Aspekt von Fred interessant und bedenkenswert.
    Das Problem, das viele mit der Umgehensweise mit dem Thema eurerseits haben ist aber ein anderes:
    Zum einen scheint es, dass einige notrische Belehrer der (deutschen) Gesellschaft wirklich etwas gefunden haben, was den Zeigefinger in die Höhe schiessen lässt (Schwarze im Zoo ist wirklich ein rotes Tuch). Und dann ohne die Betroffen gefragt, und sich in ausreichendem Umfang informiert zu haben, selbstständig für Gerechtigkeit und Einsicht kämpfen.
    Zum zweiten ist die Wortwahl doch überspitzt und die Vergleiche arg bemüht. Denn wenn jemand an einen Ort geht (sei es ein Zoo) um sich Handwerksgeschick und folkloristische Traditionen der Ureinwohner des afrikanischen Kontinents anzusehen, dann steht das ungefähr so viel in der tradition von den Völkerschaun, wie, es in der Tradition von Kolonialismus steht, wenn jemand Tabak raucht, Schnapps trinkt oder bei EDEKA einkauft (der Geneigte möge sich über die Abkürzung informieren :-))
    Ich selbst finde es unglücklich, das ganze in einem Zoo stattfinden zu lassen. Die angeschlagen Töne mancher (auch in anderen Foren) empfinde ich jedoch teilweise als Ausdruck Besserwisserei und Querulantentum.
  14. feuerhake    Jun 9, 17:23    #
    wenn es im Zoo in Nairobi, am hausschwein- und fuchs- und wildschweingehege mit original europaeischer vegetation, ein bayerndorf gaebe, mit kunsthandwerk und folklore … zur belehrung der kenianischen mitbuerger, dann wuerd ich das irgendwie eigenartig finden. ...ganz ohne irgendeine koloniale geschichte. Bayern mit angekratztem selbstvertrauen wuerden das sicher sogar ‘rassistisch’ nennen.

    ... und eines stimmt noch. Der zoo wuerde auch nicht belehren, ueber die lebensumstaende anderswo. Er unterhaelt mit stereotypen und festigt so vorurteile und das kann nicht seine aufgabe sein. Es ist nicht der ort, es sind die organisatoren...

    dank uebrigens, an fast alle kommentierer, dass der ton hier gesittet ist.
  15. — Friedrich Mayrhofer    Jun 9, 18:44    #
    interessante reaktionen, erinnert etwas an das politikforum, wo man sich freut, dass zitiere:” Neger in ihrem natürlichen Habitat ausgestellt werden.”
    Tja, schon klar, dass Frau Augsburgerin das nicht die Bohne interessiert, besonders wenn man die alten Völkerschauen bedenkt, die auch in deutschen Zoos abgehalten wurden.
    Der besondere Umgang mit Nichtdeutschen durch uns Deutsche haben wir in den letzten hundert Jahren in Afrika (Völkermord an Hereros) und Deutschland selber gezeigt, nur keine Sensibilitäten aufkommen lassen.
    Vielleicht wird demnächt im KZ Dachau ein beschauliches jüdisches “Stettel” Jewish Village, gezeigt, wo man Juden zur Schau stellt.
  16. — konrad    Jun 9, 18:55    #
    ich möchte auf den sehr sachlichen brief des ethnologieprofessors frank heidemann verweisen, der auf www.ethnolog.de zu finden ist. er ist aus – wie ich meine – guten gründen gegen diese veranstaltung.

    ich bin selbst kritiker der veranstaltung, lasse mich von mir aus auch dafür kritisieren, aber wage es dann auch, die kritiker der kritiker zu kritisieren: es geht hier nicht um einklang von mensch und natur, sondern es geht darum, dass afrika wieder den typischen mustern gemäß auf serengeti, tradition und exotik REDUZIERT wird. es ist die selbe repräsentation von afrika, die man überwiegend findet und die sich inden köpfen festsetzt. die aber ist nur ein winziger ausschnitt. das argument des rassismus ist deshalb nicht aus der luft gegriffen, weil “schwarz” mal wieder auf körperlichkeit, natur, tradition reduziert wird, während “weiß” ungeschoren davon kommt, wodurch der status und die kulturelle hierarchie erhalten bleibt und noch nicht einmal in frage gestellt wird. dass die veranstaltung in einem zoo stattfindet, ist, unabhängig davon, ob der zoo nun schön ist oder nicht, einfach eine absolute unverschämtheit: es rückt afrikanische MENSCHEN in die nähe von TIEREN. das ist aus historischen gründen untragbar!

    “afrika” gibt es nur in der vorstellung und als name für einen kontinent. hinter diesem begriff verbirgt sich ein heterogener, pluralistischer kontinent, der nicht etwa EINE kultur hat, so wie auch nicht dortmund, madrid und istanbul einfach kulturell gleichzusetzen sind. und die serengeti ist zwar das, womit afrikaner geld verdienen – mit afrika als kulturellem raum hat das aber nicht das geringste zu tun. have lived there. promise!
  17. — CalvinCalm    Jun 9, 19:35    #
    @Friedich Mayhofer:
    Solche Kommentare sind einer Diskussion wenig dienlich und schlicht peinlich. Respekt dafür Frau Jantsckes vermeinliche Ignoranz, das Fremdbild der Deutschen, den Völkermord an den Herero und den traurigen Versuch eines Witzes zum Holocaust (?!?) in diese wenige Zeilen zu packen.
    Leider ging dabei der Sinn verloren.
    Wenn man sich anderen mitteilen will, sollte man sich vielleicht doch etwas Zeit nehmen, und nicht plump, alles , was man mal sagen wollte aneinander reihen.
    @konrad: Über den Pluralismus der in afrika herrscht, habe ich selbst kein Bild nur eine Vorstellung. DOch scheint mir diese eher ein generelles Problem bei interkulturellen Veranstaltungen, da aus Gründen der Übersichtlichkeit und auch der Attraktivität, solche kulturellen differenzen vereinfacht werden müssen. Auch meinen meist Bayer wenn sie von Deutschland sprechen. Fehelende Differnzierung ist gewiss kein deutsches Problem, das erst mit dieser Zoo-Veranstaltung auftritt.
  18. — konrad    Jun 9, 19:51    #
    @calvin calm: in letzterem punkt hast du recht. es war lediglich der versuch, das argument, der zoo sei ein unerträglicher ort, noch etwas zu unterfüttern. das argument mit dem ort alleine scheint nicht anzukommen. da besteht wohl tatsächlich einfach ein auffassungsunterschied. ich nehme diese anderen meinungen zur kenntnis, aber eigentlich kann ich sie absolut nicht nachvollziehen kann. zoo und afrikaner – etwas noch ignoranteres kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen. ich finde das nicht rechtfertigbar.
    und noch einmal kurz zur fehlenden differenzierung: vor dem hintergrund asymmetrischer machtverhältnisse in der welt, die seit der kolonialzeit gerade “afrika” immer unten hielten, sind differenzierungen ein erheblich größeres problem, als wenn es um lederhosen geht. hier geht es nicht nur um ein falsches bild, sondern es geht darum, die vorstellung, die koloniale herrschaften auslöste, zu reproduzieren. daher hat das nicht nur die dimension einer falschen repräsentation, sondern in meinen augen auch eine machtdimension, die leider durch solche veranstaltungen durchaus erhalten bleibt.
  19. — konrad    Jun 9, 19:54    #
    @calvin calm: in letzterem punkt hast du recht. es war lediglich der versuch, das argument, der zoo sei ein unerträglicher ort, noch etwas zu unterfüttern. das argument mit dem ort alleine scheint nicht anzukommen. da besteht wohl tatsächlich einfach ein auffassungsunterschied. ich nehme diese anderen meinungen zur kenntnis, aber eigentlich kann ich sie absolut nicht nachvollziehen kann. zoo und afrikaner – etwas noch ignoranteres kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen. ich finde das nicht rechtfertigbar.
    und noch einmal kurz zur fehlenden differenzierung: vor dem hintergrund asymmetrischer machtverhältnisse in der welt, die seit der kolonialzeit gerade “afrika” immer unten hielten, sind mangelnde differenzierungen ein erheblich größeres problem, als wenn es um lederhosen geht. hier geht es nicht nur um ein falsches bild, sondern es geht darum, die vorstellung, die koloniale herrschaften auslöste, zu reproduzieren. daher hat das nicht nur die dimension einer falschen repräsentation, sondern in meinen augen auch eine machtdimension, die leider durch solche veranstaltungen durchaus erhalten bleibt.
  20. — village suisse    Jun 9, 20:53    #
    Ich bin auch empört über ein African Village in einem Zoologischen Garten. Ob die Ausstellung rassistische Inhalte zeigt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Der Titel der Veranstaltung bedient jedoch nur Klischees und Stereotypen. Die Stellungnahme der Zoodirektorin mit dem unbeschwerten Umgang mit dem Exotikbegriff zeugt von dramatisch wenig Reflektion über die Geschichte der zoologischen Gärten und ihrer Darstellungsformen von “Natur” und “Fremdem”. Kein Wunder bei solcher “Unterentwicklung”, dass der klare historischen Kontext der Darstellungsform ausgeblendet wird. Bei uns im Basler Zoo zeigte man – in direkter Übernahme deutscher Ausstellungen – bis in die dreissiger Jahre “Lippennegerinnen” in “afrikanischen Dörfern. Hier auch klar rassistisch (man untersuche nur die Reaktionen der BesucherInnen auf die Austellung) wird sich aber auch im besten Fall kein “Afrikanisches Dorf” in einem Zoo gänzlich dem Kontext des kolonialen Diskurses entziehen können. Wesentlicher Grund für die Völkerschauen war dabei der kommerzielle Erfolg, den diese Shows versprachen. Hier wäre eigentlich auch der zeitgeschichtliche Aspekt des “African Village” in Augsburg zu diskutieren, wie er sich in den touristischen Bildern der Gegenwart ausdrückt. Kennt jemand eine afrikanische Stadt, die eine touristische Massen-Destination wäre (ausser vielleicht Kairo und Kapstadt)? Nein, Afrika ist (wenn es denn beliebt den Kontinent mal positiv zu sehen) in den Augen Europas seit 100 Jahren ein Zoo, belebt von wilden Tieren und Dörflern.
    Ich möchte trotzdem einbringen: Den Rassismus Vorwurf zugunsten einer differenzierten Kritik an der peinlichen historischen Unbedarftheit, der gefährlichen Exotisierung und dem wiederaufgewärmten kolonialen “Blick” etwas in den Hintergrund zu relativieren. Wie das einige in diesem Forum auch tun. Wenn jemand, um sein Kunsthandwerk zu verkaufen, im Zoo eine Plattform benutzt, ist er nicht unbedingt Opfer von Rassismus. Aber er oder sie ist dennoch aktiv (und ProfiteurIn?) in der Exotisierung etc Afrikas. Es gab in Paris im 19. Jht diverse “villages suisses” (quasi die von einigen angesprochenen Lederhosendörfer).Man kann hier aber wohl auch nur begrenzt von Rassismus sprechen, auf jeden Fall aber von Exotismus. Für viele von uns in einer beleidigenden Form.
  21. — linden    Jun 9, 21:06    #
    Auf der Website der Stadt Augsburg findet sich eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters.
    Das “Village” besteht nach seiner Darstellung aus “ca. 40 Ständen”, an denen Kunsthandwerk verkauft wird; begleitet von “Auftritten von Künstlern hauptsächlich afrikanischer Herkunft”.
    Den diskutierten Bezug zu Völkerschauen, bzw. der Perpetuierung rassistischer Klischees im Sinne der Zurschaustellung ‘primitiver’ Lebensformen führt er in erster Linie auf die Namensgebung der Veranstaltung zurück.

    Bei SpiegelOnline ist hingegen zu lesen, es sei beabsichtigt “ein afrikanisches Dorf nachzubauen”.

    Für beide Darstellungen lässt sich nach der Unbedarftheit der Veranstalter fragen. Gewusst hätte ich dennoch gerne, was denn nun wirklich der Inhalt der Veranstaltung ist.

    http://www2.augsburg.de/index.php?id=1934&MP=1678-1855
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,359755,00.html
  22. — village suisse    Jun 9, 21:41    #
    das programm gemäss website des veranstalters unter http://www.maxvita.org/html/pm2.htm

    interessant eben genau, dass man dann auch afrikanische hütten erwartet. egal, ob sie da sind oder nicht: wer eine Veranstaltung african village nennt, liefert strohhütten-assoziationen. Traurig, wenn deren Fehlen dann noch zu Frustrationen der BesucherInnen führen werden…

    Zu meinem obigen kann ich noch anfügen: Tatsächlich verweist der Veranstalter auf die Möglichkeit, sich über Reisen nach Afrika zu informieren. Safari!
  23. — Jan    Jun 10, 01:02    #
    Wenn ich – was ich des Öfteren tue – in den Augsburger Zoo gehe, besichtige ich nicht die dort arbeitenden Menschen, sondern die Tiere. Ich habe beispielsweise noch nie die TierpflegerInnen oder die VerkäuferInnen an der Kasse oder die Menschen, die an den Kiosken bedienen, als Schauobjekt betrachtet. Ich wüßte nicht, warum ich dies bei Menschen, die ihre Wurzeln in Afrika haben und im Rahmen dieser Veranstaltung für einige Tage ebenfalls im Zoo Waren verkaufen oder als Musiker auftreten, anders halten sollte.

    Ich weiß dabei, dass es – noch nicht so lange her – Zeiten gab, in denen Menschen aus Afrika oder Amerika in Zoos und bei Ausstellungen als Objekte ausgestellt und so – oft unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Aufklärung – auf das Schlimmste mißbraucht wurden und bin froh, dass sich diesbezüglich wesentliche postive Veränderungen ergeben haben.

    Ich denke, dass dies die weitaus überwiegende Zahl der Besucher dieser Veranstaltung ebenso sehen dürfte. Dass diese Menschen implizit oder offen als Rassisten hingestellt werden, halte ich nicht für sonderlich hilfreich.

    Zudem zeigt mir das Programm des Veranstalters unter http://www.maxvita.org/html/pm2.htm, dass durchaus unterschiedliche Aspekte Afrikanischer Kultur und des Lebens in Afrikas thematisiert werden und gerade wegen des stark frequentierten schönen Veranstaltungsortes vielen Kindern eine – vielleicht erste – Möglichkeit gegeben wird, über Märchen, Erzählungen, Musik, etc. zumindest einige erste Eindrücke von Afrika und seinen – sicher sehr unterschiedlichen – Menschen und Ländern zu gewinnen. (Ich habe nicht den Eindruck, dass diese so viel anders ausfallen werden als beim diesbezüglich nicht umstrittenen AfricaFestival in Würzburg ==> s. http://www.africafestival.org/17/children.html.)

    Nichtsdestotrotz finde ich ingesamt die Kritik an der Veranstaltung und die dadurch hergestellte Öffentlichkeit für die in diesem Forum thematisierten Aspekte der Unterdrückung, Ausbeutung und Vernichtung von Menschen in Afrika, die bereits seit vielen hundert Jahren andauert (Sklavenhandel, Kolonialisierung, wissenschaftliche/völkerkundliche Aneignung Afrikas, Zur-Schau-Stellung in Zoo´s, Rohstoffausbeutung, Waffenhandel, Vernichtung der Landwirtschaft durch Exporte hochsubventionierter Waren aus sogenannten entwickelten Ländern, Über- bzw. Entschuldung, AIDS-Problematik mit Vorenthaltung lebensnotwendiger Medikamente, Stützung undemokratischer Regierungen, etc.), grundsätzlich sehr positiv. Auch ist es mir wichtig, dass mehr Menschen erfahren, inwieweit Deutschland daran in vielfältiger und oft sehr unmenschlicher und entwürdigender Weise aktiv beteiligt war und ist. Zudem halte ich es für wichtig, ins Bewusstsein zu rufen, dass jede Veranstaltung zu Afrika nur einen kleinen Auschnitt dieses großen und vielfältigen Kontinents und der dort lebenden Menschen darstellen kann – und bei solchen Veranstaltungen der Gesichtspunkt der Marktgängigkeit mit an vorderster Stelle steht und es damit zwangsläufig zu Verfälschungen kommt.

    Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass diese und weitere aktuelle Themen, die für Afrika und die dort lebenden bzw. von dort kommenden Menschen – und damit auch für uns Deutsche, Europäer, Menschen – relevant sind, bei dieser Veranstaltung von deren Kritikern thematisiert und vorgestellt würden.

    Leider scheint das Ganze jedoch wieder nur auf eine unkonstruktive Auseinandersetzung hinauszulaufen, in der verständliche Verletzungen auf der einen Seite als Legitimation zu Verletzungen auf der vermeintlichen Gegenseite dienen, ohne dass dabei für die Sache tatsächlich etwas herauskommen würde. Ich kann nur alle daran Beteiligten dazu aufrufen, Miteinander ins Gespräch zu kommen, aus dieser verfahrenen Situation zu lernen und etwas Positives – aus meiner Sicht eine auch für die Kritiker tragbare Fortentwicklung des Veranstaltungskonzeptes – zu schaffen. Ich denke, es wäre im Sinne aller Beteiligten – und der Menschen hier und in Afrika.
  24. — konrad    Jun 10, 09:25    #
    Ich weiß nicht, was unkonstruktiv daran sein soll, auf die misslungene Ortswahl hinzuweisen. Die anderen Themen können bei jedem einzelnen Afrika-Festival thematisiert werden. Dass die Kritik an den anderen Festivals nicht so harsch ausfällt, obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass viele davon den Aspekt der Exotik – wieder eine Verkürzung Afrikas auf sehr wenige Faktoren also – in den Mittelpunkt rücken und dabei ihren eigentlichen Gegenstand übersehen, nämlich eine inhaltliche Auseinandersetzung, liegt daran, dass es eben zu üblich ist, Afrika zu reduzieren auf das, was wir gerne sehen wollen. Die Wahl dieses Ortes aber, ein Tiergarten, ist
    nicht nur exotisierend, wie andere Afrika-Festivals, sondern eine historische, naive Dummheit.
    Mehr Argumente gibt es für mich – nur für mich – nicht. Aber das genügt mir persönlich schon. Es ist unverschämt und absolut ignorant. Und das ist bereits das konstruktive Argument. Das Konstruktive daran ist, dass es diese Debatte anstößt… Danke für die Debatte, sehr interessant.
  25. — Friedrich Mayrhofer    Jun 10, 11:03    #
    @Calvin Calm, deine Ignoranz in Unehren, aber die Völkerschauen in deutschen Zoos gehen einher mit der Geschichte Deutschlands als Kolonialmacht in Afrika, wozu auch der Völkermord deutscher Kolonialtruppen an den Hereros gehört.
    Das Dir diese historischen Tatsachen bekannt sind, ist einer der Gründe, warum wir Deutschen wie die Elefanten im berühmten Laden herumtrampeln.
    Angesichts dieser histroischen Tatsachen, ist ein jüdisches Stettel in Dachau mindestens genauso sensibel.
    Unglaublich, dass wir Deutschen dann sogar mit aller Gewalt darauf bestehen, die betroffenen Menschen in arroganter Manier trotzdem zu demütigen.
  26. — Jan    Jun 10, 16:18    #
    Hallo Konrad,
    ich halte es sicher nicht für unkonstruktiv, dass diejenigen, die die Ortswahl für misslungen halten, darauf hinweisen – und so die notwendige Diskussion und Aufarbeitung einer aus “guten” Gründen vernachlässigten Geschichte voranbringen.

    Aus meiner Sicht ist es jedoch “unkonstruktiv”, diejenigen, die eine Veranstaltung organisieren oder besuchen, die mehr oder weniger ähnlich (leider oder auch begrüßenswerterweise, da bin ich wie Du gespalten) in vielen deutschen/europäischen Städten stattfindet, aufgrund des Veranstaltungsortes als Rassisten bezeichnet, beschimpft und abgewertet werden. Ich denke, man tut diesen Menschen damit Unrecht, da zum Einen ziemlich sicher Keiner damit die Absicht verbindet, Menschen aus Afrika “auszustellen”, zum Anderen die mit der Veranstaltung verfolgten positiven Absichten missachtet werden, wie etwa vielen Menschen in der Region eine eher seltene, wenn auch eingeschränkte Begegnung mit Menschen aus Afrika und deren Kultur zu ermöglichen und zudem Menschen aus Afrika die Möglichkeit zu geben, wirtschaftlich von unserem garantiert nicht nur durch ehrliche Arbeit erreichten Reichtum zu profitieren.

    Ich bin überzeugt davon, dass – wenn an diese positive Absichten angeknüpft und zugleich die von den Kritikern eingebrachten inhaltlichen Aspekte berücksichtigt werden würden – auch deutlich mehr Positives im Sinne der Kritiker dabei herauskommen würde.

    Anfügen möchte ich noch, dass ich den Augsburger Zoo sehr schön finde und – lassen wir die negativen Assoziationen mal kurzzeitig beiseite – grundsätzlich als sehr geeignete “Location” für diese oder ähnliche Veranstaltungen, wie diese auch immer wieder dort stattfinden, ansehe.

    Für mich zeigt die Diskussion auch, dass die wenigsten Kritiker die Örtlichkeit tatsächlich kennen und damit zwangsläufig Ihren “ortsungebundenen” Assoziationen bezüglich des Veranstaltungsortes und des (unglücklich gewählten) Veranstaltungstitels nachgehen – und diese zwangsläufig nur eingeschränkt mit der konkreten aktuellen Realität der Veranstaltung im Augsburger Zoos zu tun haben. Unter geschichtlichen und politischen Aspekten finde ich diese jedoch sehr berechtigt und aufschlussreich. Und mir ist es wichtig, dass deren tragische Relevanz mehr Menschen bewusst wird.

    Gerade deshalb denke ich, wäre es hilfreich, sich davon zu lösen, einen Ort (Tiergarten), der früher für ungeheure Demütigungen von Menschen (aus Afrika) missbraucht worden ist, auch zukünftig für immer mit dieser Wertung zu versehen – und dafür die Inhalte und das Konzept dieser und ähnlicher Veranstaltungen zu Afrika in den Mittelpunkt der Diskussion zu rücken.

    Wie schön wäre es doch, wenn gerade durch diese Veranstaltung im Augsburger Zoo viele Menschen dafür sensibilisiert werden würden, in welchem Ausmaß Menschen aus Afrika (und Amerika, etc.) von Europäern durch Zurschaustellung und Absprechen des Menschseins – auch in Tiergärten – reale Gewalt angetan worden ist und wie solche Mechanismen in veränderter, weniger offensichtlicher Form heute immer noch weiterwirken. Dazu haben die Kritiker der Veranstaltung sicher einen wichtigen Beitrag geliefert und dafür bin ich sehr dankbar.

    P.S.: Hinweisen möchte ich noch auf eine Veranstaltung von BBC und British Museum am 26.06.2005 (s. unten). Ich möchte damit die Frage an die Kritiker der Augsburger Veranstaltung verbinden, ob die auf den Augsburger Zoo als Veranstaltungsort bezogene Kritik nicht analog auch für Museen – und damit ebenso für das British Museum – gelten müsste. Soweit mir bekannt ist, hatten in den Zeiten des europäischen Kolonialismus von Wissenschaftlern (“Völkerkundler”) betreute völkerkundliche Ausstellungen unter anderem in Museen eine bedeutende, sehr unrühmliche Rolle bei der Zurschaustellung und rassistischen Abwertung von Menschen aus außereuropäischen Kulturen gespielt. (Liege ich mit dieser Einschätzung völlig daneben – oder ist da etwas dran? Ich bin gespannt auf “nachhelfende” Antworten!)

    AFRICA LIVE AT THE BRITISH MUSEUM

    Forget Live 8, this is the event not to miss! On Sunday 26 June the BBC
    and The British Museum host a day of free activities which bring the
    continent alive for visitors of all ages. Special BBC guests will drop
    by to join in the fun on the day.

    The live music stage will include Mozambique’s number one band
    Massukos, trans-continental diva Mbilia Bel, African Children’s Choir from
    South Africa, London’s JJC & 419 Squad, Batanai Marimba, Thabani Band,
    Modou Diof & O Fogum, and Seydina Insa Wade & Oumar Sow. Make sure you
    visit the Islamic galleries where Africa on your Street will be hosting
    sublime acoustic music including Modeste Hugues, Linos Wengara Magaya and
    Coco Mbassi.
    http://www.bbc.co.uk/africalives/features/africalive.shtml
  27. — konrad    Jun 10, 19:16    #
    Hallo Jan,
    Dein abschließender Hinweis ist hochinteressant. Zunächst aber zur Frage, ob ich rassistische Unterstellungen für gerechtfertigt halte. Pauschal: nein. Bedingt aber: ja. Rassismus kann sich in verschiedene Formen packen, und wohlmeinende Veranstaltungen wie diese als rassistisch zu bezeichnen, ist natürlich zunächst einmal abwegig. Wenn Rassismus einzelnen Teilnehmern, Veranstaltern oder Zooangestellten vorgeworfen wird, würde ich mich dagegen verwehren. Das ist sicher unangemessen, weil man niemandem vorwerfen kann, dass er nicht Kulturwissenschaften studiert hat oder dass deutsche Kolonialgeschichte nicht im Schullehrplan steht. (Der Vorwurf geht also direkt und ohne Umschweife an das Kultusministerium, zumindest an das bayerische: Ich habe kein schlechtes Wort über deutschen Kolonialismus in der Schule gehört! Nicht eines! Nur englische und französische Kolonialleute wurden gedisst!)

    Und das ist zugleich auch das
    Problem: mangelndes historisches Bewusstsein und Unbedarftheit im Umgang mit dem Ort in Verbindung mit “African village”. Im Verborgenen sehe ich rassistische Elemente schlummern, die ich darauf zurückführe, dass Debatten wie diese hier außerhalb der Universitäten und Interessengruppen viel zu wenig geführt werden. Die Veranstaltung als Ganzes hat – gerade wegen des Ortes – in meinen Augen eine rassistische Implikation, die darauf beruht, dass die Reduktion Afrikas auf Tradition, dörfliches Leben und – vor allem – Einheit mit Natur (also Biologie) statt Kultur wieder reproduziert wird. Das mag keine Absicht sein. Ich glaube aber, dass fehlende Absicht die vorhandene negative Außenwirkung und die implizite Existenz von durchaus wörtlich gemeintem Schwarz-Weiß-Denken nicht aufheben kann. Warum ein Afrika-Festival im Zoo? Ökonomische Gründe anzuführen – die Leute würden ja davon leben – halte ich für zynisch. Kulturelle Gründe aber gibt es einfach nicht: Afrikanische Kulturen sind nicht einfach afrikanische Naturen. Ich kenne keinen Afrikaner, der jemals neben einem Paviankäfig gelebt hat. Dieses Bild wird aber vermittelt! Jetzt zu den Giraffen, dann zu den Löwen, noch schnell zu den Affen. Und dann aber flott zu den Afrikanern! Man stelle sich einen Vierjährigen vor, der diese Veranstaltung besucht. Ein Kulturwissenschaftler aus Harvard (sic!) schrieb über diese (sic!) Veranstaltung: So was bleibt bei Kindern hängen! Ich plädiere in diesem Fall extrem für mehr Fernsehen ud Süßigkeiten für Kinder, solange sie nur bitte nicht in den Zoo gehen!

    Daher bin ich auch nicht der Meinung, dass ich den Zoo kennen muss, um den Veranstaltungsort zu kritisieren, weil eine Afrika-Veranstaltung im Zoo in meinen Augen im besten Fall naiv und ignorant, im schlimmeren Fall aber sogar rassistisch ist. Rassismus ist keine greifbare Materie, sondern ein Bild, ein Blickwinkel. Und dieses Bild und dieser Blick auf Afrika werden so erneuert.

    Was Dein Argument bzgl. der Museumsveranstaltung angeht: Ich bin bzgl. vieler Afrika-Veranstaltungen zunächst einmal skeptisch. Ich kann Afrika-Festivals nicht ausstehen, weil ich das vermittelte Bild von Afrika, das aus Tradition, Naturverbundenheit und Trommelei besteht und in den Nachrichten nur noch um Krieg, Aids und Elend ergänzt wird, unerträglich, essenzialisierend und falsch finde.

    Diese Veranstaltung im Museum jedoch lässt die Reduktion auf Natur und auf Tradition vermissen. Dass keine statische Sicht auf Afrika propagiert werden soll, steckt schon auf der Startseite der Homepage: Es geht um ein dynamisch sich veränderndes Afrika. Was aber Deinen eigentlichen Punkt angeht – das Museum selbst als Ort: Ich will mögliche negative Implikationen gar nicht von vornherein als nicht zu rechtfertigen abtun. Nur: Der Zoo als Ort fordert rassistische Blicke wesentlich stärker heraus als ein Museum. Wann immer Zoo und Afrikaner in der Geschichte zusammen auftauchten, wurde Rassismus reproduziert. Mit dem Museum ist es anders. Das Museum ist rehabilitiert – und war zwar auch für koloniale Exotik zuständig, was schlimm genug ist. Aber nie für Völkerschauen. Sondern für materielle Kultur. Kultur, nicht Biologie. Der Zoo ist aber nicht im Geringsten rehabilitiert. Der Inhalt des Zoos ist die Biologie, die des Museums die Kultur. Rassismus beruht auf biologisierendem Denken. Der Zoo geht deshalb gar nicht. Meine Meinung.
  28. — Eva    Jun 12, 18:11    #
    Ich empfehle all jenen, die das African Village als eine gute Sache ansehen und dessen historische Kontinuität mit den Völkerschauen bezweifeln, die Lektüre des Buches “Zoo humains” (2002). Ein wenig Selbstreflexion wird wohl nicht schaden.
  29. — Martin    Jun 13, 17:26    #
    Schaut mal hier: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,360219,00.html
    Grueße
    Martin
  30. — konrad    Jun 13, 20:13    #
    Ich habe irgendwie keine Lust, jetzt so zu tun, als sei das alles schon in Ordnung, nur weil Spiegel und auch die taz den Kritikern Arroganz und Hysterie vorwerfen. Dass da wirklich Leute im Käfig ausgestellt werden, hat auch kaum jemand behauptet oder gar erwartet. Das Hauptargument der Veranstaltungskritiker wird von diesem Artikel doch nicht einmal beschädigt, geschweige denn widerlegt: Der Zoo ist auch nach diesem Text nach wie vor der mit Abstand beknacktestmögliche Platz für eine solche Veranstaltung. Er ist und bleibt völlig ignorant, naiv und an der Grenze zum Rassismus – und Henryk M. Broder vom Spiegel ist und bleibt der Typ, der Argumentationsweisen nur deshalb dekonstruiert, weil sie ihm zu nah an einen Konsens rücken. Schön und gut. Deswegen hat er noch lange nicht Recht, falls es so etwas wie Recht haben in einem solchen Fall überhaupt gibt.
  31. — chris from Augsburg    Jun 18, 15:19    #
    Hat nur einer der vielen Protestierenden die Veranstaltung tatsächlich besucht ? Ich registriere hier wie sonstwo auch eine nur noch neurotisch zu nennende Hysterie die an der Sache selbst völlig vorbeiläuft. Wo wurden denn hier Menschenrechte verletzt ? Wurde hier ein einziger Afrikaner gezwungen oder gar verschleppt ? Und ich bitte euch, mal auf dem Teppich zu bleiben ! Es tut fast schon weh, all diese vor Selbstgerechtigkeit nur so strotzenden Kommentare und Artikel zu lesen. Als ob manche Leute die “richtige” Haltung für sich gepachtet hätten ! Jeder der nicht gleicher Meinung ist, wird da zum Rassisten, ja gar zum Nazi gestempelt.
    In der heutigen Welt gibt es beileibe Dinge gegen die aufzustehen es sich lohnt, aber bitte vorher Gehirn einschalten !
    Keiner will hier Völkerschauen des 19. Jh. wiederholen. Die Rolle des Zoos in der heutigen Kultur ist wohl auch eine völlig andere, warum ihn denn nicht auch für Veranstaltungen aller Art nutzen ? Zumal Zoos ( der in Augsburg allemal) meist parkähnliche Anlagen mit großen Grünflächen und altem Baumbestand sind.
    Ein weiteres Argument FÜR solche Veranstaltungen wäre, daß Eintrittsgelder der Tierpflege und somit der Arterhaltung zugute kommen, denn viele Tierarten kommen heute oft nur noch in Zoos vor und Sonderveranstaltungen dieser Art sorgen doch für mehr Besucher, als an “normalen” Tagen.
    Und last but not least, denkt mal an all die Kinder, die wirklich ihren Spaß hatten.
  32. — chris    Jun 18, 15:31    #
    PS: Ich möchte noch etwas hinzufügen: Warum regt sich eigentlich niemand über die in Zoos ausgestellten Tiere auf, die sicherlich nicht freiwillig dort sind. Wie die meisten wissen war und ist das Ganze mit unsäglichem Leiden seitens der Tierwelt verbunden. Das Positive ist heute der Arterhalt und die Vermehrung. Das war aber nicht immer so. Früher wurden die Tiere einfach nur eingefangen. Müßte man da nicht konsequenterweise auch auf die “unsägliche Tradition” der Tiergärten hinweisen ?
  33. — kurt nicht aus Augsburg    Jun 19, 11:53    #
    Nein, ich habe die Veranstaltung nicht besucht. Und das letzte Argument eines Gegners war, dass es Recht haben in diesem Fall vielleicht gar nicht gibt. Wenn hier aber jemand auf seinem Recht beharrte, dann doch der Zoo mit seiner stocknaiven, rotzblöden, widerwärtigen und mir echt mit jedem dieser Kommentare mehr auf den Keks gehenden Weltverbesserungs- und Hilssyndromauslebeveranstaltung. Von mir aus können wir anschließend auch gerne noch über die Viecher reden, die von mir aus jederzeit und sofort freigelassen werden dürfen.
    Aber dieses Argument von Dir, lieber Chris aus Augsburg, ist natürlich genau der Punkt: Es fällt das Wort Zoo – und sofort denken alle an die Tiere, die da leben. Lieber Chris: Afrikaner passen genau deswegen Himmelherrgottnochmal nicht in den Zoo. Wenn hier einer mit Tieren gleichgesetzt werden kann, dann nicht die Afrikaner, sondern die Veranstalter. Es sind, genau deshalb, Rindviecher!
  34. — chris    Jun 20, 13:33    #
    Oioioioi….jetzt aber mal halt! das schaukelt sich ja hoch !
    NIEMAND VERGLEICHT HIER AFRIKANER MIT TIEREN !!!!!! Das ist glaube ich das große Mißverständnis: Manche hören nur ” Zoo” und ” Afrika” .... und schon geht das Messer in der Tasche auf….ohne sonstige Informationen zu besitzen. Edel gedacht, aber leider total an der Sache vorbei !
    Der Zoo hat heute ganz einfach einen hohen Stellenwert als Naherholungsgebiet. Man hätte das ganze ja auch im nebenan gelegenen Botanischen Garten veranstalten können, der genauso schön ist. Irgendjemand hätte dann womöglich Parallelen zwischen Afrikanern und Kohlköpfen gefunden….Nochmal: Niemandes Menschenrechte wurden hier auch nur in irgendeiner Weise tatsächlich angekratzt!
    Aber man wird in dieser Diskussion wohl nicht mit letztendlicher Sicherheit klären können, wer recht hat, denn die einen argumentieren rein emotional, gell, Kurt, andere, wie meinereiner, denken eher pragmatisch, so daß die Argumentation häufig aneinander vorbeiläuft, wenn man die ganzen Beiträge liest.
  35. — kurt nicht aus Augsburg    Jun 21, 23:31    #
    super schlusswort, gratuliere!
  36. Dirk Jürgensen    Jun 28, 14:41    #
    Das Online-Magazin Einseitig.info hat sich auch in das wichtige Thema der Völkerschau in Augsburg eingemischt und wird das deutsche Afrikabild immer wieder an die Tagesordnung bringen!
  37. — Mbane    Sep 9, 15:40    #
    @Christ du bist einfach das Produkt eine Gesellschaft die immer und immer durch den Medien und den bewustte Einfluss der Stadt verblödet. Ich glauce bald wird ihr (in Deutschland) wie die Arme Amerikaner sein die sich ihre Meinung nur von Medien holen.
    Ausser die Exotic die dich ständig in den Medien dargestellt wird was noch weiss du über Afrika ???
    Tatsache ist dass die Schule, die Medien, Afrikaner mit Tiere gleichstellen und das solche Veranstaltung diese Klischee verdeutlichen.
    Diese Gedanke Afrikaner mit Tiere ist nicht von Heute Hegel der als ein Vater der Deutschphilosophie betrachtet wird schon solche einstellungen hatte L emotion est Negre et la Raison Helene die Ergebniss später waren die Konzentrationlager in Namibia und Später der Adolf.
    Nach deine Argumentation wars du im Zoo und es waren überwigend Afrikaner wie du auch sagen kann dass für die Ganze Armut in Afrika sind selbt Verantwortlich oder der Artikel von Spiegel sagte … Sagt mal der Journalist der diese Text verfassen hat falls jemand auf die Idee käme eine Aufstellung in Dachau mit ein Paar Juden die als Opfer dargestellt werden eine Artikel drauf zu schreiben ob es das so darstellen wird wie seine Artikel über der ZOO

    Ein Kemit (Ein Neger wie man die in Egypten gennat haben.)

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