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Foerderprogramme · 2005-04-17

Um den muentefering zu aergern, der sein soziales gewissen kuerzlich wiederfand, heute mal ein marktliberales pamphlet:

Auf dem balkan gab es nach dem dayton abkommen ein foerderprogramm, bei dem es extra-zuwendungen gab, wenn man als ethnisch vertriebener seine bleibe wieder da suchte, von wo man vertrieben wurde. Der zweck war die rueckgaengigmachung der ethnischen saeuberungen durch ein entsprechendes anreizsystem. Ein loebliches ziel. Viele serben, kroaten und bosniaken haben das angebot angenommen, also die foerdergelder beantragt. Heute, wo die foerdermittel gezahlt und die haeuser gebaut sind, gibt es einen regen immobilienmarkt auf dem balkan. Denn die ehemals vertriebenen wollen jetzt doch lieber im kernland ihrer ethnie wohnen, was auch verstaendlich ist. Und so tauschen serben mit kroaten, kroaten mit bosniaken und bosniaken wiederum mit serben ihre zur rueckgaengigmachung der ethnischen saeuberungen gefoerderten haeuser.

Was hat das foerderprogramm erreicht? Nichts ... Das gezahlte geld haette man auch ohne den zwang zur siedlung in bestimmten gebieten ausgeben koennen und haette heute keine transaktionskosten beim immobilientausch.

Wie steht 's denn um die anderen foerderprogramme, die es zur foerderung der dubiosesten zwecke an allen ecken gibt? Um die Ich-AG zum beispiel, oder die 1-euro-jobber, deren stundenlohn ja auch durch die sozialhilfeleistungen gefoerdert ist?


  1. sabbeljan    Apr 18, 08:46    #
    uiuijuhj, bin zwar kein volkswirt wie herr feuerhake, aber irgendwie kommen hier glaube ich ein paar themen durcheinander….
  2. feuerhake    Apr 18, 10:03    #
    Nein, leider nicht. Es geht um zweckgebundene anreizsysteme, die sozusagen die ‘zielfunktionen’ der handelnden verzerren … aber immer nur so lange, bis die ‘einzahlung’ realisiert ist. Das ist das problem. Ein foerderprogramm aendert die ‘zielfunktion’ der handelnden nicht nachhaltig. Die handelnden verbiegen sich, um die foerdersumme einzustreichen und werden danach wieder so optimieren wie vorher, es sei denn die foerderung haette die rahmenbedingungen der handelnden geaendert. Tut sie aber selten und wenn doch, ist noch nicht mal klar ob die aenderung volkswirtschaftlich wuenschenwert ist … Wie in berliner oeffentlichen gebaeuden. Mittelstaendische malerbetriebe raus. Ein euro-jobber rein, wenn es darum geht das treppen haus zu streichen.

    Das schoene an dem eintrag ist ja gerade, dass es weltweit die gleiche sosse ist.

    Foerdermumpitz eben.
  3. — swantje    Apr 23, 20:28    #
    wenigstens müssen die Leute verschiedener Ethnien miteinander reden (über häusliche Dinge). ist doch auch was.

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