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Wat nech all is ... · 2005-04-10

Besten dank an Guenther Jauch und seine "Dr. Lieschen Mueller Show", weil er mir, immer wenn ich bei oma bin, eine stunde volksmusik erspart. Ansonsten hatte ich freilich das vergnuegen meister Silbereisen bei seinem tagwerk zu erleben. Interessant pour moi war die verwertungskette. Es gibt ja nicht nur das beliebte fruehlings-, hochzeits-, sommer-, ernte-, winterfest der volksmusik samstags zur besten sendezeit auf ARD, nein, es gibt auch das magazin donnerstag auf MDR und eine tournee reihe, wo wir alle stars auch zwischendurch live erleben koennen. Toll eigentlich, fuer ein solches, fast schon abwegiges, nischenprodukt. Dem Flori und seiner coolen gang goenne ich natuerlich den erfolg.

Was sonst noch war? Das justizministerium will schaerfere gesetze gegen die lackierer schaffen. Ja was? Wir haben doch gesetze. Die aufklaerungsquote beim illegalen lackieren liegt bei zehn prozent in unseren grossstaedten. Da koennt ihr gesetze schaffen wie ihr wollt, ihr fangt ja keinen, gegen den ihr sie anwenden koennt. Das ist mal wieder gestaltungsdiarroeh im vollbild. Aber halt, spezi Schily scheut ja keine kosten und schon gar nicht den nachtschlaf anderer leute, um ein paar lackierer zu fangen. Wenn man sie aber faengt, reichen auch die alten gesetze. Eine asteine sachbeschaedigung ist das lackieren dann und sie wird teuer fuer den lackierer. Wie gesagt, gestaltungsdiarroeh im vollbild.

Was noch? Lutz Kahler ist ein interessanter charakter. Wenn wir der volksstimme glauben koennen, sie ist leider die einzige quelle fuer den vorgang, ruft er handwerker an, die wahlplakate fuer seinen gegner bei der buergermeisterwahl in Kloetze in ihre schaufenster haengen, und droht ihnen er wuerde sie "fertig machen". Hier ist der entsprechende artikel. Lutz Kahler ist geschaeftsfuehrer der kreishandwerkerschaft und hat so durchaus die moeglichkeit einem handwerker das leben schwer zu machen. Interessant ist die begruendung des herrn Kahler. Er haette ja dem betreffenden handwerker seinerzeit, in seiner eigenschaft als geschaeftsfuehrer der kreishandwerkerschaft, bei der betriebsuebernahme geholfen. Daraus leitet Kahler messerscharf ab, dass dieser handwerker keinen wahlkampf gegen ihn fuehren duerfe, verrat! Genau das ist aber falsch. Es war ihre pflicht, herr Kahler, als fuehrender vertreter der kreishandwerkerschaft einem der ihren zu helfen, immerhin bezahlt dieser handwerker einen teil der alimentation der kreishandwerkerschaft. Es laesst sich keine weitere verpflichtung fuer unseren wackeren handwerker ableiten. Grosses missverstaendnis, herr Kahler.

Warum ist diese geschichte aus der provinz interessant? Weil ich sicher bin, dass es in fast allen bereichen unserer gesellschaft Kahlers gibt. Von ganz unten bis ganz oben, von fussballverein bis fraktionsvorstand einer volkspartei. Es scheint diese leute allenthalben zu geben. Die leute, die ihr amt nutzen, oder auch nur ausueben, und daraus ein persoenliches schuldverhaeltnis zwischen ihnen und den durch ihr amt betroffenen personen ableiten. Weigern sich diese personen, diese schuld anzuerkennen, steht schnell das boese wort vom verrat im raum. Schaut euch an, wie oft altkanzler Kohl dieses wort benutzt. Ich meine Lutz Kahler lebt hier auf laendliche, ja geradezu rustikale art vor, auf welchen prinzipien unsere repraesentative demokratie fusst. Wer nach oben will sollte diese prinzipien anerkennen ... und gestaltungsdiarroeh haben.


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