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Wahlnachlese · 2008-01-28

So, jetz wo alle ihren alarmistischen senf zur wahl losgeworden sind, komm ich mit meiner durchachten und wohlreflektiertee wahlnachlese. Ich hab die infos zu den wahlparties ja nicht umsonst gesammelt. Ich wollt mir schon einen ueberblick ueber die wiesbadener parteienlandschaft verschaffen und natuerlich auch was vom bufett kosten. Gestern also los, die ganzen muehsam recherchierten wahlparties abklappern.

Anstarten bei der linken, die immer das niederschwelligste angebot machen. Man hatte einen grossen saal in sozialem brennpunkt gemietet, den man auch muehelos rappelvoll bekam. Der linke hat eben doch ein faible fuer aufmarschhafte events. Nach der 18:00 Uhr prognose musste man natuerlich zur CDU, einfach weil die stimmung einzigartgig gewesensein muss. Also los zum ratskeller, da war aber kein CDUler, nur haxenfutternde rentner. Es stellte sich raus, dass die wiesbadener CDU in den fraktionsraeumen des rathauses zugange waren.

wahlparty liberal

Da war dann auch schlechte stimmung bei goulaschsuppe, neonlicht und stimmverlusten. Gemessen an den ergebnissen, die an die wand projeziert wurden, war die stimmung aber eigentlich noch halbwegs. In gleichem ambiente, sogar auf dem gleichen flur, traf sich die wiesbadener SPD. Eigentlich war alles wie bei der CDU, nur mit etwas besserer stimmung, dafuer aber ohne goulaschsuppe.

Janz knuffig die FDP und die entdeckung des abends, die wiesbadener FDP. FDPler in wiesbaden sein, heisst ja, im natuerlichen habitat der FDP ganz bei sich zu sein. Selbstbewusst, witzig und charmant zu agieren, kurz ein angenehmer zeitgenosse sein. Das ganze natuerlich bei haeppchen und live piano und ein wenig feierlich. Sehr angenehme leute da. Angenehmes buffet auch. Wenn die immer so sind, kann man da eintreten.

wahlparty gruen

Nach diesem ersten erfolg des abend, noch schnell versucht in den landtag zu kommen. Kannste natuerlich vergessen ohne akreditierung. Also weiter zu den Gruenen. Die Gruenen sind, wie die FDP in ein restaurant abgewandert. Hier waren die jungen und intellenten, und natuerlich kritischen. Meistens gerade dem abituralter entwachsen. Das buffet war klar das beste des abends. Man hatte eine easy-listening chill-out cd eingelegt. Dit janze war ein bischen als interviewhintergrund fuer die parteigranden angelegt und wurde auch so genutzt. Interessant auch, bei allen parteien liefen fernseher visualisierendes leitmedium, nur bei den Gruenen wurde das internet an die wand geworfen.

Aufm heimweg nochmal bei der Linken gekiekt, ob noch wat fuern magen uebrig war. War auch. Zu vorgerueckter stunde musste aber bei der arbeiterschaft aufpassen, dass du nicht direkt zum arbeitseinsatz an der wahlkampffront abkommandiert wirst. Die denken ja, man gehoert dazu.

wahlparty links

Die piratenpartei hat leider leider zu weit abseits getagt, sodass sie ausgelassen werden mussten, obwohl sie vielleicht mit die interessantesten gewesen waeren. Fazit: Von den gesehenen waren die kleinen parteien üpartymaessig die sieger. Jede konnte ihren ureigenen klientelcharme gut rueberbringen und dabei sogar sympatisch wirken. Ueberraschung hier: die FDP. Die volksparteien enttaeuschen auf der feierschiene komplett.

Was gibt es noch zur wahl zu sagen? Es ist natuerlich mindestens aergerlich, dass die CDU mit einem solchen ressentimentgeladen wahlkampf ueberhaupt staerkste kraft werden kann. Die watsche bleibt hoerbar, aber leider nicht hoerbar genug. Interessant sind auch die erfahrungen, die einige unentwegte machen durften, als sie ihr recht auf wahlbeobachtung in den wahlkreisen mit wahlcomputereinsatz wahrnehmen wollten. Mal sehn was da noch folgt.


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