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Sein oder nicht Sein · 2007-12-24

bibueblo logogestern Nacht hab ich, nachdem mir bisher immer nur davon erzaehlt wurde, Lubitschs komoedie Sein oder nicht Sein von 1942 gesehen. Es geht um eine theatertruppe, die sich im deutsch besetzten Polen dem Widerstand anschliesst. Der film ist nicht so schnell geschnitten, wie ich mir das immer vorgestllt hatte, oder er kam mir nicht so vor, aber die dialoge sind auf jeden fall ueber weite strecken zitierwuerdig.

... der film laesst mir natuerlich nich komplett froehlich zurueck, denn ick habe wieder gemerkt, wie ick bei lebendijem leibe verbuergerliche. Ziemlich zum ende des streifens haelt einer der schauspieler einen monolog. Der kam mir auch irgendwie bekannt vor und hinterher wird auch aufgeklaert, dass es sich um eine passage aus dem "Kaufmann von Venedig" handelte und zwar um einen monolog des Shylock.

Ich bin ein Jude. Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Haende, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genaehrt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewaermt und gekaeltet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht raechen?

... und jetzt mach ick mir sorgen, weil ick wusste, wer dieser Shylock ist. Der juedische kaufmann, der sich das herz seines christlichen konkurrenten als pfand ueberschreiben laesst und dann auch auf herausgabe besteht: "I want my bond. I speak no more!" und eigentlich is dit auch wichtig zu wissen, wenn man diese Lubitschszene zur gaenze verstehen will. Ick meine aber, dass man das heut nicht mehr voraussetzen kann, ausser bei so furchtbar verbuergerlichten saecken wie mir.


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