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Korrektur bei von Randow · 2007-07-10

Jetz mal wieder ein BiBüBlo-Eintrag: Gero v. Randow scheibt ja fuer die zeit. Er schreibt letzlich darueber, warum mehr ueberwachung eine gute idee ist. Sein hauptargument ist, dass der staendige beobachtungsdruck den uebeltaeter zu fehlern verleitet. Deswegen waere etwas mehr beobachtungsdruck doch ganz gut. Er beschreibt in dem artikel was seiner meinung nach technisch moeglich ist, wenn wir ueber verdeckte onlinedurchsuchung reden:

Technisch ist es möglich, die Verbindungsdaten eines Nutzers auszuspionieren, ohne dass er es merkt, und anschließend die Verbindungsdaten sowie die Inhalte seiner Netzkommunikation zu überwachen. Gewitzte User können sich dem entziehen, wenn sie am ewigen Wettkampf der Offensiv- und Defensivkräfte teilnehmen. Das aber bringt Aufwand mit sich und verleitet zu Fehlern [...]

Das ist aber nicht, worum es der diskussion um onlinedurchsuchungen geht. Es geht nicht darum den netzverkehr zu ueberwachen, also uebertragen auf die gute alte briefmarkenzeit, die briefe abzufangen und zu lesen. Es geht darum sich kompletten zugang zum schreibtisch an dem die briefe geschrieben werden zu verschaffen.

Warum es genau darum geht sich zugang zu den schreibtischen der buerger - wir sollten wieder mehr 'buerger' und weniger 'gefaehrder' sagen - zu verschaffen hat folgenden grund. In den 90ern hat man bei den kriminalaemtern bemerkt, dass immer mehr nachrichten im internet verschluesselt uebertragen werden. Das hat einen gesetzgebungsreflex ausgeloest. Seinerzeit wollten die verfolgungsbehoerden durchsetzen, dass ihnen zu jeder verschluesselten nachricht auf verlangen der schluessel auszuhaendigen sei. Schluessel, von denen keine kopie bei den behoerden liegt, waeren demnach illegal gewesen. Jeder, der sich ein wenig mit der materie auskennt, wird die abstrusitaet dieser idee leicht einsehen. Der vorschlag wurde damals nichtmal zur gesetzesinitiative. Stattdessen wurde gesagt: "Gut, wenn wir die nachricht nicht auf ihrem weg abfangen und entschluesseln koennen, dann ... ja dann ... ja wann den dann? Genau! Am schreibtisch des authors oder des empfaengers, denn der muss sie ja irgendwann entschluesseln!" So kommt die ganze debatte zustande. Das problem ist freilich, dass man ver- und entschluesseln leicht auf einen rechner ohne jeglichen netzanschluss verlegen kann. Dann sind die schreibtischschnuffler raus aus dem spiel. Das ist uebrigens mein tip, nicht versuchen mit firewall und firlefanz gegen die schnueffler anzugehen. Schafft euch quarantaenerechner ohne jeden netzzugang an, wenn ihr sachen verschluesselt transportieren muesst. Aber zurueck zur debate um die onlinedurchsuchung, die verdeckt erfolgen soll.

Wenn man sich nebbich verdeckt, hier liegt die crux, verdeckt zugang zu jemandes schreibtisch verschafft, dann nennt man das auch heute noch einbruch. Das darf ein geheimdienst vielleicht. Die polizei sollte das tunlichst unterlassen. Frau Merkel hat sich uebrigens zwischenzeitlich dafuer ausgesprochen, den einbruch durch die polizei bald zu legalisieren und das, waehrend die republik noch um fassung ringt, ob der neuen vorschlaege aus dem hause schaeuble.

Wat ick aber eigentlich sagen wollte is, dass der von mir sehr geschaetzte herr von Randow die debatte in seinem artikel nicht ganz korrekt darstellt. Ich bitte das zu beachten.


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