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Sprachkritik Heute · 2006-11-05

Heute haut die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung auf einen unserer gemeinsamen freunde, Bastian Sick. Herr Sick ist der autor des lieblingsbuchs der talentfreien streber "der dativ ist dem genitiv sein tot" und obendrein ist er redakteur des zwiebelfischs auf spiegel online. Herr Sick ist also sprachkritiker. Was kritisiert er denn so, der Herr Sick? Doenerbudenbesitzer, die das apostroph falsch verwenden, frisoere, die ihre laeden 'hin und hair' nennen, menschen, die "nur einen katzenwurf weit entfernt" sagen, fussballer die "koerperlich und physisch topfit" sind. Ihnen gehoert sein spott und der spott seines publikums. Fuer wahr, herr Sick ist der Stefan Raab der sprachkritik. Er drischt auf die gescheiterten, die 'kleinen', die 'dummen' und verschafft seinem publikum das wohlige gefuehl "Gut! Zu denen - zur unterschicht - gehoer ich noch nicht". In zeiten abstiegsgeaengstigter mittelschichten scheint sich mit dem verkauf dieses schoenen gefuehls ne menge zaster machen zu lassen.

Wen herr Sick aber nicht oder nur selten angeht, sind jene, die eine gewisse definitorische macht ueber sprache haben. Redaktionen, Referate von Ministerien, Werbeagenturen. Allein, was die BILD redaktion an wortschoepfungen und saetzen zu verantworten hat und was so aus unseren ministerien auf uns niedergeht:

  • Gesetz zur Foerderung der Steuerehrlichkeit
  • Kontenevidenzzentrale
  • Antiterrordatei
  • Bundesagentur fuer Arbeit
  • Public Private Partnership
  • ...

Es koennte doch mal interessant sein rauszufinden, wer hier was verschleiert, schoent, aufblaest und warum. Aber es stimmt, ein buch darueber wuerde sich womoeglich nicht halb so gut verkaufen ... oder Herr Sick kann es einfach nicht. Egal wie, schade ist's. Allenthalben verraabt die gesellschaft. Das ist kein gutes zeichen.


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